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Wissenswertes / Dippen im WInter
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Dippen im Winter und das Vorbeugen von Mastitis bei kalter Witterung

 

von Paul R. Heemskerk

 

Die Mastitisprophylaxe endet nicht bei sinkenden Temperaturen, wobei die Infektionslast als geringer empfunden wird. Milchbauern, die das „Dippen“ während des Winters eingestellt haben, mussten einen Anstieg von klinischer und subklinischer Mastitis feststellen. Eine Mastitis kann zu allen Jahreszeiten auftreten, wobei aus der Forschung bekannt ist, dass während der Wintermonate bestimmte Arten von Mastitis häufiger auftreten als im Sommer.

 

In der kalten Jahreszeit sind die Zitzen Verletzungen durch Erfrierungen stärker ausgesetzt, die selbst bei Temperaturen über Null auftreten können. Steht dies in Verbindung mit hohen Windgeschwindigkeiten, ist die der Luftkühle entsprechende Temperatur deutlich niedriger als die tatsächliche Temperatur. Der Winter ist daher eine Zeit, in der besondere Sorgfalt notwendig ist, um vor allem diese Verletzungen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Das Hautgewebe der Zitzen, das durch Erfrierungen verletzt wird, ist anfälliger für die Besiedlung durch Staphylococcus aureus und Streptokokken aus der Umwelt.

 

In Tabelle 1, die auf der Grundlage von Daten aus menschlichen Studien erstellt wurde, kann als allgemeine Richtschnur für die Bestimmung des Zeitpunkts für die Ergreifung von vorbeugenden Maßnahmen gegen Erfrierungen dienen. Es sind nicht alle Zitzen auf dieselbe Art und Weise und im gleichen Ausmaß betroffen. Die Widerstandsfähigkeit gegen Erfrierungen hängt auch von dem Zustand der Haut, von der Einfallstärke der Sonnenstrahlen, vom Grad der Feuchtigkeit der Zitzenhaut und so weiter ab. Obwohl man dazu verleitet sein mag, das Zitzentauchen insgesamt in der Winterzeit einzustellen, sollten Sie aber dennoch daran denken, dass selbst der nach dem Melken auf den Zitzen verbleibende Milchfilm getrocknet werden muss, bevor die Kühe nach draußen gebracht werden. Auch benötigt ein bei kühlen Temperaturen aufbewahrter Zitzendip mehr Zeit zum Trocknen. Deswegen wird empfohlen, das Produkt möglichst bei Raumtemperatur zu lagern. Dadurch wird auch vermieden, dass das Produkt einfriert, wodurch aktive Bestandteile aus der Lösung ausfällen würden.

 

Der erste Schritt zur Vermeidung des Auftretens von Erfrierungen besteht in der Vermeidung oder Minimierung des Aussetzens der Zitzen gegenüber rauen Witterungsbedingungen, was dem gelben und orangefarbenen Bereich in Tabelle 1 zu entnehmen ist. Dies ist jedoch in den heutigen Milchviehbetrieben nicht immer möglich, weswegen dafür Sorge zu tragen ist, dass die Zitzen der Kühe trocken sind, bevor diese nach draußen gebracht werden. Entweder muss man genug Zeit einplanen, damit die Zitzen trocknen, oder die Zitzen müssen mit Einmal-Papiertüchern abgetrocknet werden. Im letzteren Falle ist ein Mindestkontakt des Zitzendips von 30 Sekunden nötig, damit das Dipmittel seine Wirkung entfalten kann.

 

 

 

Zum Schluss sollten die Zitzen nicht zu oft während des Winters gewaschen werden, da dadurch die natürliche Öl- und Säureschicht der Haut zerstört wird.

 

Der während des Winters eingesetzte Zitzendip sollte eine ausreichende Menge von Hautpflegemitteln wie Glyzerin, Karbitol und/oder Lanolin enthalten. Bestimmte aktive Inhaltsstoffe in den Zitzendips, wie z. B. Jod, verlieren jedoch ihre Wirkung, wenn größere Mengen von Hautpflegemitteln hinzugefügt werden. Einige Zitzendips sind auch in der Lage, den Milchsäuremantel der Haut wiederaufzufüllen, welcher als natürliche Sperre gegen Infektionen fungiert.

 

Wenn der Winter naht, ist es wichtig, die Praktiken während und nach dem Melkvorgang zu überprüfen, so dass potenzielle Probleme erkannt und vermieden werden können. Die Vermeidung einer Mastitis und der mit dem Winter zusammenhängenden Probleme ist der Schlüssel zur Maximierung der Milchproduktion und der Rentabilität des Milchbetriebs.

 

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Lagern Sie Ihr Dipmittel im Winter unbedingt bei Raumtemperatur! Wenden Sie es möglichst warm an!
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